Wie mit Bioabfall erneuerbare Energie erzeugt werden kann

Wusstest du, dass jedes Jahr etwa 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet werden?

Lebensmittelverschwendung ist allgegenwärtig und jeder von uns ist ein Teil davon. Wir werfen halb gegessene Mahlzeiten weg oder lassen Lebensmittel im Kühlschrank verkommen. In Restaurants und Bäckereien werden jeden Abend einwandfreie Lebensmittel weggeworfen.

Bioabfälle aus Lebensmitteln verursachen hohe Kosten für die Umwelt. Die riesige Menge an weggeworfenen Lebensmitteln setzt jedes Jahr insgesamt etwa 3,3 Milliarden Tonnen CO2 frei. Bei solchen Zahlen kann man sich schnell hoffnungslos fühlen. Gibt es nichts, was wir tun können, um diese Statistiken zu ändern?

Doch, es gibt durchaus etwas, das wir tun können! Die alltäglichen Entscheidungen, die wir als Einzelne treffen, können einen grossen Unterschied im Kampf für die Rettung des Klimas beisteuern. Die Veränderungen, die wir vornehmen können, fangen in den eigenen vier Wänden an.

Wenn Du zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen willst, brauchst du nur in deine Küche zu schauen. Erfahre hier mehr dazu, wie aus deinem täglichen Bioabfall erneuerbare Energie erzeugt werden kann.

Wo alles anfängt

Auf individueller Ebene entsteht der meiste Bioabfall in der Küche. Das macht Sinn, denn in der Küche werden Lebensmittel sowohl zubereitet als auch weggeworfen. Schimmlige Speisereste, ungenutzte Obst- und Gemüseschalen und verdorbenes Fleisch landen im Restmüll.

Bei der Verbrennung von Abfällen zur Energiegewinnung wird eine Menge CO2 in die Umwelt abgegeben. Die Verbrennung von Abfällen hat auch Auswirkungen auf die Luftqualität und kann dicht besiedelte Städte und Gemeinden beeinträchtigen. Mit dieser Abfallbewirtschaftungspolitik gerät die Schweiz langfristig in Widerspruch zu ihren erklärten Zielen im Kampf gegen den Klimawandel.

Eine bessere Lösung für erneuerbare Energie

In der Schweiz fallen pro Person rund 700 Kilogramm Abfall an. Ein grosser Teil davon ist Bioabfall, das muss nicht sein.

Lebensmittelabfälle können durch ein Verfahren namens Biomassevergasung in erneuerbare Energie umgewandelt werden. Bei der Biomassevergasung werden organische und landwirtschaftliche Abfälle mit Hilfe von Wärme, Dampf oder Sauerstoff in Gas umgewandelt. Dieses Gas kann zur Erzeugung von Elektrizität verwendet werden, wodurch Haushalte und gewerbliche Gebäude mit Strom versorgt werden können.

Die Vergasung von Biomasse funktioniert durch einen Prozess namens Fluidisierung. Bei der Fluidisierung wird das Material von einem statischen, festen Zustand in einen dynamischen, flüssigkeitsähnlichen Zustand umgewandelt. Die Lebensmittelabfälle werden in eine kleine Anlage geleitet und durchlaufen eine heisse Substanz, welche die Abfälle in saubere, erneuerbare Energie umwandelt.

Fossile Brennstoffe durch Kreislaufwirtschaft ersetzen

Das bei der Vergasung von Biomasse entstehende Biogas hat das Potenzial, fossile Brennstoffe zu ersetzen. Fossile Brennstoffe sind weltweit die Hauptquelle für Elektrizität. Sie durch Biogas zu ersetzen, würde eine Verringerung der CO2-Emissionen und einen geringeren Treibhauseffekt bedeuten.

Die Umwandlung von Lebensmittel- und Landwirtschaftsabfällen in Energie ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Die Kreislaufwirtschaft ist ein Produktions- und Konsummodell, das sich auf das Recycling und die Wiederherstellung von Ressourcen konzentriert, die in industriellen und wirtschaftlichen Aktivitäten verwendet werden.

Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, Abfälle auf Null zu reduzieren, um Probleme wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung in den Griff zu bekommen.

Länder, die den Weg vorgeben

In den letzten Jahren sind viele Länder grosse Verpflichtungen im Kampf gegen den Klimawandel eingegangen. Regionen wie die USA, Kanada und Westeuropa arbeiten hart daran, langfristige und nachhaltige Energielösungen zu entwickeln. Viele dieser Lösungen beinhalten die Nutzung von Biokraftstoffen und Biogas.

Biogas ist als Lösung für die wachsende Energiekrise auf dem Vormarsch. Denn Biogasanlagen tragen dazu bei, die Menge an Methan- und Treibhausgasemissionen, die in die Atmosphäre gelangen, zu reduzieren.

In Europa gibt es über 17’000 Biogasanlagen, welche die Hälfte der weltweiten Biogasproduktion ausmachen. Deutschland ist mit fast 10’000 Produktionsanlagen Europas Spitzenreiter in Sachen Biogas.

In der Schweiz gibt es ebenfalls bereits Hunderte von Biogasanlagen. Diese produzieren 5,5 % der verbrauchten Energie und etwa 3 % unseres Stroms. Bis 2025 kann die Schweiz ihre derzeitige Biogasproduktion verdoppeln.

Was du tun kannst

Reihe von Dingen, die du ganz einfach tun kannst.

Die organischen Abfälle, die bei der Zubereitung und dem Verzehr von Lebensmitteln anfallen, sollten von den nicht organischen Abfällen getrennt werden. Dazu hast du am einfachsten eine separate Tonne ausschliesslich für Lebensmittelabfälle. Eine getrennte Tonne, wie beispielsweise der Biofreezer stellt sicher, dass deine Lebensmittelabfälle nicht unsachgemäss recycelt oder für unsaubere Energie verbrannt werden.

Sobald du die Lebensmittelabfälle getrennt hast, ist es an der Zeit, etwas mit ihnen zu tun.

Wenn du in der Nähe eines Bauernhofs wohnst, kannst du dort deine organischen Abfälle anbieten. Bauernhöfe, die sich der Abfallvermeidung verschrieben haben, verwenden organische Abfälle als Brennstoff für ihren Strom. Viele dieser Bauernhöfe haben kein Problem damit, alles anzunehmen, was du ihnen anbietest.

Mit FreezyBoy kannst du kannst den Unterschied bewirken

Lebensmittelabfälle müssen nicht im Müll landen. Sie können direkt dort entsorgt werden, wo sie entstehen: in der Küche. Damit kannst auch du einen Teil der Zero-Waste-Bewegung werden und den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen.